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Lieder der Menschheit - Lieder für’s Leben

Menschen haben zu allen Zeiten gesungen und wichtige Anlässe ihres Lebens mit Liedern gestaltet.

So entstanden Wiegenlieder, Arbeitslieder, Feier- und Trauerlieder - zu Geburt, Hochzeit oder Tod – und politische Lieder und Balladen, die mündlich von Generation zu Generation überliefert wurden.

Diese Alltagskultur des Singens hat die Menschen verbunden und ihnen geholfen ihr Leben zu bewältigen.

Heute wird Musik von Kindern über Fernsehen, Radio und Internet vor allem konsumiert: Es wird kaum noch mit Kindern gesungen und sie singen kaum noch selber. Dadurch gehen die soziale Dimension des gemeinsamen Singens und die nach innen gerichtete Dimensionen des Selbersingens verloren.

Traditionelle Lieder geraten aber nicht nur aus diesem Grund in Vergessenheit. Modernisierung und globale Vernetzung der Kulturen und Gesellschaften durch Information, Märkte und vielschichtig motivierte Migration lösen die kulturell, sozialen und volkshistorischen Zusammenhänge auf, durch welche eine Tradition der Lieder bisher begründet war. Diese globalen Veränderungen haben neue Realitäten hervorgebracht.

Ein Transfer der alten Lieder in diese neuen Zusammenhänge hat aber kaum stattgefunden bzw. haben Lieder, die diese neue Realität abbilden, in der Regel noch nicht den Status oder die Funktion dessen, was man bisher „Volkslied“ nannte.

Presseartikel:
"Erwachsene singen gemeinsam mit Kindern"

Projekt 01

„Sing Bremen“ ist eine organisierte Bewegung des gemeinsamen Singens verschiedener Generationen mit unterschiedlichsten kulturellen Wurzeln. Es knüpft an die Erfahrungen des Singpatenprojektes Canto elementar an, wird aber um die künstlerische Arbeit, wie z.B. der Gebrüder Jehn und den interkulturellen Aspekt bereichert.

Sing Bremen möchte die Tradition des Singens im Alltag mit Kindern in Kindergärten mit diesen „Liedern der Menschheit“ neu begründen und möchte diese unter transkulturellen Aspekten weiterentwickeln. Dabei sollen sich verschiedene Generationen und unterschiedliche Kulturen singend begegnen und voneinander Lieder und Sprache kennen lernen.

Da wir Lieder fürs Leben vermitteln wollen, singen Kinder bei Sing Bremen keine typischen „Kinderlieder“ sondern lernen von älteren Menschen, den Singpaten, mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund Lieder der Menschheit. Es geht dabei um mehr, als um die Weitergabe tradierten Kulturguts. Es geht um Begegnung, ein vielschichtiges Voneinander-Lernen der Generationen und Kulturen, um die Schaffung eines lebendigen neuen Kontextes für die Lieder.

Das gemeinsame Singen kann elementare Selbsterfahrungen gemeinschaftlichen Handelns vermitteln. Es kommt auf eine innere Haltung an, in der jeder jeden hört und jeder gehört wird. Was daraus entsteht, ist mehr als die geräuschvolle Summe der einzelnen Stimmen, es ist der Klang des Ich im Wir und des Wir im Ich.

Projekt 01

Singen wird so als positives Gemeinschaftserlebnis erfahren, das alle Beteiligten - ungeachtet ihres Alters und ihrer Herkunft - miteinander verbindet und es fördert die soziale Kompetenz von Distanz und Nähe. Die emotionale Ausdrucksfähigkeit und das Selbstwertgefühl der Kinder werden gesteigert. Nicht zuletzt auch dadurch, dass Kinder ein Lied ihrer familiären Herkunftskultur in ihrer Muttersprache mit anderen singen können. Sie fühlen sich in ihrer Herkunft gewürdigt und ebenbürtig, sie lernen, den Respekt vor unterschiedlichen Kulturen durch ein positives Ereignis. Es ist darüber hinaus auch eine besondere effektive Art der Sprachförderung, denn die Kinder lernen, neben den Inhalten der Lieder, auch die Aussprache und Grammatik der deutschen Sprache spielerisch kennen. Da die Kindergartenkinder in einem Alter sind, wo der Spracherwerb noch nicht abgeschlossen ist und sie sprachliche Vorbilder und Formen brauchen, um sich entwickeln zu können, ist dies besonders wichtig. Auch Kinder, deren Eltern kein Deutsch sprechen, finden über das Singen oft leichter einen Zugang zur deutschen Sprache als über das Sprechen.

Singen von klein auf fördert Gesundheit und Lernfähigkeit. Für die Menge an Glückshormonen, die das Hirn bei einem gern gesungenen Lied ausschütte, „läuft ein Jogger zehn Kilometer“ sagt der Neurologe und Psychotherapeut Eckhard Schiffer.

Das Singen gehört aus seiner Sicht zu den schöpferischen Tätigkeiten, die einen selbstverstärkenden Zirkel der Lebensfreude auslösen, wie im übrigen auch beim Malen, Lesen, Erzählen, Zuhören und kurz nach Geburt schon beim Lächeln. Wird das Lächeln des Säuglings beantwortet, so weiß das Kind, dass es für die anderen ein Geschenk ist. Dieses Wissen schützt es vor Beschämung, Verachtung und Hass.

Sing Bremen will eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung der verschiedenen Kulturen und Generationen schaffen.

Projekt 01

Im Laufe der Zeit soll so eine Sammlung von Liedern in verschiedenen Sprachen entstehen. Die Quellen sind die Kinder, deren Eltern, die Singpaten und MitarbeiterInnen der Einrichtungen oder die Archive der Volkskulturen vertretener Ethnien.

Diese Lieder sollen als „Bremer Liederbuch“ herausgeben werden.

Sing Bremen ist inspiriert vom Konzept des generationsübergreifenden Singens wie es die Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland in Kooperation mit Il Canto del Mondo in Bremen in den letzten 4 Jahren organisiert hat (Canto elementar). Es nimmt diese Idee auf und erweitert sie um regionale und transkulturelle Aspekte. Speziell ausgebildete Trainer begleiten Senioren, Erzieher und auch interessierte Eltern bei den allwöchentlichen Singbegegnungen im Kindergarten. Begleitet wird das Projekt durch ein Einstiegsseminar sowie kontinuierliche Betreuung durch Weiterbildung und Beratung, bis das Projekt selbstständig weiter geführt werden kann.

Beispiele aus den Seminarthemen:

  • Die Singstunde als Ritual mit Regeln, Ablauf, Anfang und Ende
  • Tanz, Bewegung, Bewegungslieder, Kreisspiele
  • Aufwärmspiele für Körper, Atem und Stimme
  • Takt, Rhythmus, Tempo, die richtige Tonhöhe finden
  • Lieder anderer Kulturen
  • Kanon, Erzähllieder, plattdeutsche regionale Lieder
  • Das Leben im Lied kennen lernen. (Freude, Leid, Liebe, Tot, Freiheit)
  • Das gemeinsame Dritte – der bewusste transkulturelle Blick auf unsere gemeinsame Realität in Liedern

Das Team Sing Bremen

Stephan Uhlig

Stephan Uhlig

Künstlerischer Mitarbeiter in der KulturAmbulanz am Klinikum Bremen –Ost

Sänger und musikalischer Leiter verschiedener Auftragsdokumentationen der „Lieder von unten“ aus verschiedenen Ländern der Welt und mit einem Schwerpunkt der deutschen Sozialgeschichte in Liedern.

Gisela Brünker

Gisela Brünker

Leitung Veranstaltungsbüro in der KulturAmbulanz am Klinikum Bremen-Ost

Selbstständige Bühnenbildnerin für freie Theaterproduktionen. Freischaffende Künstlerin.

David Jehn

David Jehn

Musiker, Liedermacher, Pädagoge

Selbstständig, Fortbildungen im elementaren Musikbereich (Gebrüder Jehn, Worpsweder Musikwerkstatt, Blaumeier Theater)

Nicolas Jehn

Nicolas Jehn

Musiker, Liedermacher, Pädagoge

Selbstständig, Fortbildungen im elementaren Musikbereich (Gebrüder Jehn, Worpsweder Musikwerkstatt, Blaumeier Theater)

Markus Riemann

Markus Riemann

Kulturwissenschaftler und Musiker

Selbstständig, 8 Jahre Projektkoordinator der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland für Bremen/Hamburg und zuständig für die Projekte Canto elementar und Mus-e.
Geschäftsführer der Kulturbedarf gemeinnützigen GmbH und des „Institut für Bildungskunst“